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Mon, 13 Feb 2012

Gutes Einfach-Handy: Alcatel One Touch 665

Alcatel OT
665, geschlossen

Auf meiner Suche nach einem billigen Zweitgerät zum mobilen Telefonieren mit Bluetooth-Freisprechanlage bin ich auf das Alcatel OT-665 gestoßen, das in Deutschland leider nur schlecht erhältlich ist. Mein Exemplar lieferte Saturn in Köln für knapp 50 Euro.

Alcatel OT
665, geöffnet

Das Klapp-Handy (technische Daten von GSM Arena) hat eine sehr groß anmutende Zifferntastatur. Neben dem kleinen, aber auch im Freien gut ablesbaren Hauptbildschirm gibt es noch ein Außendisplay, das über Empfang, Akkustand und Uhrzeit informiert und den Namen von Anrufern anzeigt. Das Gehäuse ist aus Plastik, aber recht ordentlich verarbeitet; einzig ein Knarzen bei einer Taste stört ein wenig. Das Fliegengewicht (96x48x17 mm, 76 g) liegt gut in der Hand.

Der Akku-Deckel ist ein wenig filigran gearbeitet. Unter dem Akku befindet sich der hakelige SIM-Karten-Halter sowie ein Einschub für eine Micro-SDHC-Speicherkarte. Wer das Handy dank 3,5-mm-Klinkenbuchse als MP3-Player verwenden möchte, darf und muss hier eine Speicherkarte einsetzen, denn vom eingebauten Flash-Speicher sind wenig mehr als drei Megabyte (sic) frei. Zum Aufladen dient eine Micro-USB-Buchse — sehr angenehm, spart man sich so doch ein zusätzliches Netzteil. Die erste Aufladung hat trotz meines Spieltriebs eine gute Woche durchgehalten.

Eine 2-Megapixel-Kamera ist vorhanden und liefert erwartungsgemäß nicht die allerbesten Fotos. ;-)

Die Software sorgt für einige angenehme Überraschungen. So ist ein echter E-Mail-Client eingebaut, der bei eingehenden E-Mails POP3 und IMAP unterstützt, wahlweise auch verschlüsselt per TLS/SSL. Der Abruf ist manuell oder automatisch in Intervallen zwischen fünf Minuten und zwei Stunden möglich.

Alcatel OT
665, E-Mail-Client

Etwas ärgerlich: Gelöschte E-Mails werden im Offline-Modus lediglich mit einem "Gelöscht"-Flag versehen. Dieses wird zwar korrekt auf den Server synchronisiert, allerdings wird ein "Expunge" (also das tatsächliche Löschen der so markierten Nachrichten) zunächst nicht angeboten. Dieses ist erst im Online-Modus möglich, dort etwas versteckt — und betrifft dann nicht die lokalen Kopien des Offline-Modus, wo bereits gelöschte Mails also per Zauberhand wieder auftauchen. Nicht durchdacht, aber letztlich eine Kleinigkeit.

Zum verschlüsselten Versand unterstützt das E-Mail-Programm neben SMTPS auch das aktuellere STARTTLS, wobei als Authentifizierungsverfahren SMTP-after-POP/IMAP sowie AUTH PLAIN angeboten werden. Ausdrücklich nicht unterstützt werden AUTH CRAM-MD5 und AUTH DIGEST-MD5, also die beiden von sendmail ohne Unterstützung durch saslauthd angebotenen Protokolle. Wer einfach nur seine E-Mail über GMX oder Google verschicken möchte, braucht sich daran nicht zu stören. Bei IMAP können versendete E-Mails anschließend automatisch in einen zu wählenden Archivordner auf dem Server kopiert werden. Weitere Ordner außer der INBOX werden aber leider nicht mehr unterstützt und bleiben unsichtbar. Trotzdem eine angenehme und recht gut funktionierende Lösung.

Widgets für das aktuelle Wetter sowie einen RSS-Reader, beide ebenfalls mit (auf Wunsch) automatischer Aktualisierung, hätte ich bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht erwartet. Sie runden das Paket angenehm ab.

Opera Mini ist in einer 4.x-Version vorinstalliert. Ein WAP-Browser ist zusätzlich an Bord. Freilich kommt das kleine Display beim Surfen rasch an seine Grenzen.

Ein simples Adressbuch und ein ebenso einfacher Kalender sind vorhanden. Ein Abgleich mit dem Desktop per SyncML ist vorgesehen — getestet habe ich ihn nicht.

Diverse Schwächen sind in der Software leider ebenfalls vorhanden. Der schlimmste Patzer ist die Implementation der T9-ähnlichen Eingabehilfe, bei der Großbuchstaben innerhalb eines Satzes nicht (bzw. erst durch Deaktivieren der Eingabehilfe) eingegeben werden können. Die Klingelmodi des eingebauten Weckers (Ton und/oder Vibration) sind von den Profilen abhängig, sodass man bei nächtlichem Wechsel auf "Lautlos" oder "Besprechung" einmalig darauf achten muss, den Wecker wieder laut zu schalten. Die Übersetzungen einiger Menüpunkte ins Deutsche (sowie Englische — Alcatel ist eigentlich eine französische Firma, aber das Gerät kommt von TCT Mobile aus China) sind lieblos erfolgt; teilweise sind Menüpunkte daher scheinbar doppelt (z.B. werden "Display Name" und "User Name" beide mit "Benutzername" übersetzt) oder so lang, dass man zur Unterscheidung auf das lähmend langsame Seitwärtsscrollen warten muss.

Fazit: Mir gefällt das Gerät bislang gut; es muss jetzt zeigen, inwieweit es auf Dauer befriedigen kann. Bei den von mir geforderten Funktionen (Bluetooth und rudimentäre Unterstützung für E-Mail) ist das Gerät in der Preisklasse unter 50 Euro praktisch konkurrenzlos. Das Nokia C1-01 (44 Euro) habe ich aufgrund fehlender Funktionen und inakzeptabler Lizenzbedingungen als Unverschämtheit empfunden und sofort zurückgeschickt; das Samsung E2121 (35 Euro) habe ich im Handel nie gesehen; andere Geräte scheinen in diesem Segment auf E-Mail komplett zu verzichten.

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Tue, 03 Jan 2012

Nokia C1-01 ohne Mail-Client

Das Nokia C1-01 enthält entgegen der Angaben in der Werbung und den überall im Internet verfügbaren Datenblättern (hier z.B. gsmarena) keinen funktionsfähigen E-Mail-Client. Stattdessen wird eine Art Proxy-Zugang hergestellt, der über Server von Nokia zu den Geschäftsbedingungen von Nokia E-Mail auf das Gerät überträgt. Das System wirkt webbasiert, ganz sicher bin ich mir aber nicht.

Das bedeutet natürlich, dass Nokia und seine Mitarbeiter prinzipiell Zugriff auf die übertragenen E-Mails haben, auch wenn der verwendete Mailserver eine verschlüsselte Verbindung unterstützt.

Die kryptografische Absicherung der Übertragung (oder deren Fehlen) über das leicht angreifbare GPRS lässt sich nicht überprüfen. Im besten Fall werden hier die Leistungen der Standardprotokolle POP3s oder IMAPs erreicht; nachprüfen lasst sich das aber nicht.

Ob das übertragene Datenvolumen größer ist als beim normalen Mailzugriff, hängt von der Implementation ab. Dass das Gerät aber bereits den Einrichtungsassistenten über Mobilfunk aus dem Internet herunterladen muss, lässt diesbezüglich ebenfalls nichts Gutes erahnen.

Nicht zuletzt unterliegt die Nutzung des Ersatz-E-Mail-Dienstes auf diesen Telefonen den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Nokia. Und dabei handelt es sich nicht etwa um "ganz normale EULAs", sondern diese Bedingungen haben es in sich.

Einige Feinheiten aus den Nutzungsbedingungen:

Und aus der Privacy Policy:

Dafür, dass das Handy angeblich einen eigenen, eingebauten E-Mail-Client haben sollte, empfinde ich diese Bedingungen zur Benutzung des (m.E. minderwertigen) cloudbasierten Ersatzsystems als Unverschämtheit.

posted at: 20:18 | path: /de/computer/phones | permalink

Thu, 22 Dec 2011

Datenleck bei Simyo?

An zwei meiner E-Mail-Adressen, die ausschließlich dem Mobilfunk-Discounter Simyo bekannt gegeben und niemals anderweitig benutzt wurden, werden seit knapp vier Wochen Spam-Mails versandt. Seit 29.11. bis heute zähle ich insgesamt 99 Verbindungsversuche von Spammern, während derer 202 Nachrichten übertragen werden sollten. (Meine Server weisen die E-Mails bereits während der SMTP-Transaktion ab, da sie von vornherein als Spam erkennbar sind.) Die betroffenen E-Mail-Adressen bestehen aus einer zufälligen Buchstaben-/Zahlenkombination, dem Firmennamen "simyo" und einer fortlaufenden Nummer. Gleichermaßen betroffen ist übrigens eine ebenfalls nicht erratbare Adresse, die ausschließlich der Firma Stage Entertainment (einem Verkäufer von Konzerttickets) bekannt gegeben wurde.

Ich gehe am ehesten davon aus, dass es sich um ein Datenleck (also einen erfolgreichen Einbruch) bei den betroffenen Firmen oder von ihnen genutzten Dienstleistern handelt. Ich kann aber natürlich nicht kategorisch ausschließen, dass Simyo tatsächlich Adressdaten verkauft oder sich der Dienstleistungen von Spammern bedient haben könnte.

Es ist zu befürchten, dass gemeinsam mit den E-Mail-Adressen auch weitere Daten entwendet worden sein könnten. Bei Simyo sind für den Server, auf dem das Webinterface läuft, ja immerhin auch meine Adresse, Bankverbindung sowie Verbindungsdaten aus der Telefonie zugänglich.

Simyo hat auf eine entsprechende Anfrage vom 5.12. (an recht@) bislang überhaupt nicht reagiert.

Berichterstattung zum Thema findet sich u.a. auch hier:

posted at: 18:30 | path: /de/computer/phones | permalink

Sun, 21 Jun 2009

Amazon.de-Suche aus Opera Mini

Opera Mini bietet praktische Schnellzugriffe auf Suchmaschinen, darunter auch auf Amazon.com. In Deutschland nützlicher ist natürlich der Zugriff auf Amazon.de, der sich leicht einrichten lässt. Dazu aus der Liste der Suchmaschinen mit "Manage / Add" eine neue Suchmaschine einrichten, mit einer der beiden folgenden URLs:

  1. http://www.amazon.de/gp/aw/s.html?_encoding=UTF8&m=aps&k=%s für die mobile Seite von Amazon.de

  2. http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url?_encoding=UTF8&search-alias=aps&field-keywords=%s für die reguläre Seite von Amazon.de

Opera Mini setzt später anstelle von "%s" das eingegebene Suchwort ein.

Die erste Variante verlinkt auf die Kurzversion von Amazon.de, die dank Browser-Erkennung auch beim regulären Zugang mit Opera Mini erscheint. Sie lädt sehr schnell und ist am Handy leicht zu navigieren, aber es fehlen viele Daten. Die zweite Variante erzwingt den Zugang zur regulären Seite von Amazon.de, die aussieht wie am Desktop.

Disclaimer: Ich bin lediglich zufriedener Käufer bei Amazon.de, verdiene aber nicht daran.

posted at: 09:29 | path: /de/computer/phones | permalink

Thu, 21 May 2009

Datenroaming bei Simyo billiger

Der Discount-Anbieter Simyo hat seine Tarife für das Datenroaming gesenkt. Laut Simyo-Homepage (Abruf am 21.5.) kostet GPRS in wichtigen europäischen Ländern noch 19 Cent pro 100 Kilobyte bei Abrechnung im 100-kB-Takt. Das ist weit entfernt von "günstig", aber bei diesem Preis wird die Nutzung von Push-E-Mail und ähnlichen niedrigvolumigen Anwendungen auch im Ausland erschwinglich.

Simyo bietet das Datenroaming außerhalb Europas nur in einzelnen Ländern an, der Preis steigt dort auf 48 Cent pro 100 kB.

Zum Vergleich: Der T-Mobile-Discounter Congstar verlangt 99 Cent pro 50 Kilobyte plus 49 Cent "Tagesnutzungspreis".

posted at: 04:53 | path: /de/computer/phones | permalink

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